Aussichtsanlage Schillerlinde


Standort:
Wangener Höhe - auf eigenem Grundstück
großartiger Blick über das Neckartal in Ost-West Richtung
Einweihung am 12. Mai 1905 (100. Todestag Friedrich Schillers)
letzte Renovierung bis Juni 2005 (200. Todesjahr Schillers)


Die Aussicht von dieser Aussichtsplattform hoch über dem Neckar gehört mit zu den schönsten Aussichten auf der Stuttgarter Gemarkung. Von dieser Stelle aus sind flussaufwärts und flussabwärts große Teile des mittleren Neckars zu sehen. Die Stadtteile Wangen und Hedelfingen liegen zu Füßen und über dem Neckar die Orte Bad Cannstatt, Obertürkheim und Untertürkheim. Auch die mächtigen Industrieanlagen von Daimler Benz, der Cannstatter Wasen, das Mercedesmuseum und Vieles mehr liegt direkt im Blickfeld. Etwas weiter sieht man über die vielen Weinberge die Grabkappelle auf dem Rotenberg und noch weiter hinaus ins Unterland sind Kappelberg, Korber Kopf und Löwensteiner Berge gut zu sehen. Eine Auswahl von Bildern, darunter einen Panoramablick finden Sie in der Galerie.

Nicht nur wegen der schönen Aussicht ist die Wangener Höhe zu einem beliebten Ausflugs- und Naherholungsgebiet geworden. Auch mehrere Lokale, wie der Onkel Otto, der Neckarblick und Roger`s Ruh tragen zur Beliebtheit der Wangener Höhe bei.

Am 12. Mai 1905, am 100. Todestag von Friedrich Schiller, wurde diese Aussichtsanlage auf der Wangener Höhe mit der Pflanzung eines Lindenbaumes eingeweiht. Dem Zeitgeschmack entsprechend gab es eine hoch feierliche Versammlung der Honoratioren des Vereins und der bürgerlichen Gemeinde. Das Ausschussmitglied R. Lotter hielt die Festrede, an deren Schluss eine Reihe von gedichteten Strophen vorgetragen wurde. Der damalige Vereinsvorstand, Oberforstrat Keller fügte dem einen in Reimform vorgetragenen Mahnspruch an. Die Wiedergabe dieser Redebeiträge in Versform in der Festschrift 75 Jahre des Vereins von 1936 schließt mit den Worten, dass "damit das poetische Kapitel aus der Geschichte des Verschönerungsvereins geschlossen werden solle".

1965 erlitt die schon sehr stattlich herangewachsene Linde durch einen Blitzschlag schwere Schäden. Fäulnispilze waren tief in das Holz eingedrungen und der Baum drohte zu zerfallen. Die fachkundigen Baumspezialisten des Gartenbauamts der Stadt behandelten die Linde baumchirurgisch sehr wirkungsvoll. Damit die behandelten Holzteile nicht feucht werden konnten, blieben Stamm und Wurzel offen  -  daher auch die bis heute bestehende Kiesfilterpackung. Fest verspannte Eisenstäbe halten den geteilten Stamm zusammen und Drahtseile verhindern das Ausbrechen der schwankenden Baumkrone. Unter glücklichen Umständen kann die uns so lieb gewordene Schillerlinde nach dieser Operation durchaus noch ein sehr hohes Baumalter erreichen.

In den letzten Jahren wurde die Aussichtsplattform durch nächtliche Feiern Jugendlicher und zunehmenden Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogen. Attraktiv war die Aussichtsanlage für diese lichtscheuen Gestalten wohl vor allem wegen der Schutzhütte, die selbst nicht mehr zu retten war und deshalb abgerissen wurde. Im Jahre 2005 entschloss sich der Verschönerungsverein zur grundlegenden Renovierung der Anlage. Die irreparabel beschädigte Schutzhütte wurde abgerissen. Dafür wurden neue Sitzbänke aufgestellt. Der Zugang zur Plattform wurde in der Weise umgestaltet, dass Autos hier nicht mehr parken können. Der wichtigste Teil dieser Renovierungsmaßnahme war aber ein sehr weitgehender Freischnitt der Aussicht. Glücklicherweise waren die Eigentümer der Nachbargrundstücke alle so freundlich, dem Verein, seinen Mitgliedern und den Besuchern der Anlage durch Zustimmung zum Rückschnitt der hohen Bäume und Sträucher auf ihren Grundstücken den wunderschönen Blick ins Neckartal wieder zurückzugeben. Hierfür dankt der Verein ausdrücklich.

Die Feier zur Wiedereröffnung der Anlage fand am früheren Tag der Deutschen Einheit die Jahre 2005, am 17. Juni statt. Wiederum dem Zeitgeschmack folgend, wurde 100 Jahre nach der Einweihung auf poetische Deklamationen verzichtet. Dafür hielt der Stellvertretende Vorsitzende des Verschönerungsvereins Ulrich Braun eine stimmungsvolle Ansprache. Die Stadtverwaltung war durch den Amtsleiter des Garten-, Friedhofs- um Forstamtes, Werner Koch, und den Bezirksvorsteher von Wangen, Werner Klein, vertreten. Der Jugendmusikzug der freiwilligen Feuerwehr Wangen untermalte die schöne Feier.

Außerdem hat der Verein bei dieser Renovierung im Jahre 2005  -  Vorsicht ist der beste Ratgeber  -  eine neue junge Linde gepflanzt, die hoffentlich erst in ferner Zukunft die Funktion des alten durch glückliche Umstände geretteten Baumes übernehmen muss.

Wir laden alle Leser dieser Seite und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger überhaupt herzlich ein von unserem dortigen Grundstück aus die atemberaubende Aussicht zu genießen. Schön wäre es, wenn sich ein Bürger aus der Umgebung finden ließe, der eine Art Überwachungspatenschaft über die Anlage übernehmen könnte. Bitte uns herzlich gerne ansprechen.


Ulrich Braun
Stv. Vereinsvorsitzender



Bildergalerie

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Standort

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